Bipolare Störung: Manisch Depressiv

Die Bezeichnung „manisch depressiv“ oder „manische Depression“ wird allgemeinsprachlich für den medizinischen Begriff der bipolaren affektiven Störung eingesetzt. Dabei handelt es sich bei einer manischen Depression um eine psychische Störung, die den Affektstörungen zugeordnet wird und gekennzeichnet ist durch den episodischen Wechsel unterschiedlicher Ausrichtungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung. Antrieb, Aktivität und Stimmung müssen je nach Phase der manischen Depression entgegengesetzt ausgerichtet sein (Bipolarität) und sich auf extreme Art äußern. So etwa in Form einer Depression (Anzeichen der Depression: z.B. Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, etc.) und einer Manie (Selbstüberschätzung, Ausgelassenheit, Hyperaktivität, etc.), die einander abwechseln. Da gerade diese Phasen der Depression und Manie kennzeichnend für die Störung sind, bezeichnet man Betroffene als „manisch depressiv“.

Die Phasen einer manischen Depression

Bei manisch depressiven Menschen wechseln sich nicht nur zwei entgegengesetzte Episoden ab, dazwischen können auch Phasen der Hypomanie oder Mischformen der manischen Depression auftreten, bei denen sowohl Anzeichen der Depression als auch der Manie gleichzeitig vorhanden sind. Zwischen den Phasen der Depression stellen sich immer wieder „Normalphasen“ ein, in denen sich die Betroffenen unauffällig verhalten und zum Beispiel keine Anzeichen einer Depression auftreten.

Die Anzeichen der Phasen einer manischen Depression

Im Folgenden werden die Anzeichen der Depression, der Manie sowie auch der anderen manisch depressiven Phasen angeführt:

Anzeichen der manischen Episode

Zu den Anzeichen der manischen Episode manisch depressiver Menschen zählen unter anderem übersteigertes Selbstbewusstsein bis hin zum Größenwahn, verringertes Schlafbedürfnis, hoher Mitteilungsbedarf, Zerstreutheit, Unruhe, Hyperaktivität, Exzesse in Form von angenehmen Tätigkeiten, die gegebenenfalls negative Folgen mit sich ziehen (Kaufrausch, sexuelle Ausschweifungen o.Ä.) und weitere, ähnliche Symptome. Von einer manisch depressiven, bzw. manischen Phase spricht man dann, wenn diese Symptome über einen Zeitraum hinweg auftreten, der länger als eine Woche dauern muss und nicht durch einen Missbrauch von Drogen oder anderen Mitteln hervorgerufen werden können.

Anzeichen der Depression

Bei einer manischen Depression spricht man von dieser Phase als „majore depressive Episode“. Dabei treten mindestens zwei Wochen lang mehrere der folgenden Symptome auf: Depressive Verstimmung, vermindertes Interesse an Aktivitäten, verminderte Freude an Aktivitäten, erheblicher Gewichtsverlust/-zunahme, Schlaflosigkeit/erhöhtes Schlafbedürfnis, Verlangsamung der Motorik, Erschöpfung/Energielosigkeit, Gefühl der Wertlosigkeit/subjektive Schuldgefühle, Entscheidungsunfähigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit, suizidale Gedanken oder Angst vor dem Tod. Die Symptome müssen in dieser Phase der manischen Depression den ganzen Tag über/fast jeden Tag und über einen Zeitraum von mindestens ca. 2 Wochen hinweg auftreten und nicht durch Drogen oder etwa einen Trauerfall ausgelöst worden sein, um die Anzeichen der Depression auch tatsächlich der manischen Depression zuordnen zu können.

Anzeichen der hypomanischen Episode

Manisch depressive Menschen durchleben zudem hypomanische Episoden, in denen einige Symptome der manischen Episode in einem Maß auftreten, das ausgeprägter als der Normalzustand jedoch weniger extrem als in der eigentlichen manischen Phase der manischen Depression ist.

Anzeichen der gemischten Phase

Zudem durchleben manisch depressive Patienten auch Mischphasen, in denen Symptome der Manie parallel zu den Anzeichen einer Depression auftreten. Dabei leiden die manisch depressiven Patienten zum Beispiel unter einer grundsätzlichen Niedergeschlagenheit, während sie gleichzeitig großen Tatendrang verspüren.

Verschiedene Formen der manischen Depression

Die manische Depression kennt einige verschiedene Formen, die sich vor allem durch die Dauer der einzelnen Phasen und deren Auftreten unterscheiden. Die einzelnen Phasen müssen nicht gleich lang auftreten, Normalzustände können sich längerfristig zwischenschalten oder völlig ausfallen, oder auch die Anzeichen einer Depression können extrem stark auftreten, während die manische Phase eher schwach ausgeprägt ist. Generell geht mit einer manischen Depression jedoch eine erhöhte Suizidgefahr einher.

Die Behandlung manisch depressiver Menschen

Die Behandlung erfolgt in der Regel in Form einer Psychotherapie, begleitet durch die Verabreichung von Medikamenten. Bei besonders akuten Fällen oder einer Suizidgefahr kann eine Zwangsbehandlung der manischen Depression notwendig werden.

Grunderkrankung: Bipolare Störung

 Als bipolar werden Menschen bezeichnet, die umgangssprachlich unter einer manischen Depression leiden. Die korrekte Bezeichnung für diese psychische Störung lautet „bipolare affektive Störung“. Sie wird den Affektstörungen zugeordnet. Kennzeichnend für bipolare Patienten sind dabei mindestens zwei entgegengesetzte Episoden (bipolar = zwei Pole/Gegenteile), die sich in verschiedenen Abständen abwechseln können. Zwischen den Episoden der Depression und Manie können Mischformen oder auch Phasen der Hypomanie auftreten. Darüber hinaus können zwischen den verschiedenen Episoden immer auch Phasen des „Normalzustands“ auftreten, also solche, in denen keine der jeweiligen Symptome verstärkt auftreten.

Bipolare Episoden

Insgesamt unterscheidet man vier bipolare Phasen, bzw. vier Phasen, die insgesamt die bipolare Störung prägen: Die manische -, die depressive -, die hypomanische – und die gemischte Episode. Jede Phase, bzw. deren Symptome, müssen dabei über einen längeren Zeitraum (z.B. 2 Wochen) täglich oder den ganzen Tag über auftreten, um einen Patienten als bipolar diagnostizieren zu können.

Manische Phase

Zu den Symptomen dieser Phase können etwa Kaufsucht, überschwängliches Verhalten, Selbstüberschätzung bis hin zum Größenwahn, auf den ersten Blick positives Verhalten, die jedoch zu negativen Auswirkungen führen können (z.B. Kaufrausch, sexuelle Zügellosigkeit), verstärkter Redebedarf sowie auch Hyperaktivität zählen.

Depressive Episode

In dieser Episode sind die bipolaren Patienten niedergeschlagen, ziehen sich zurück, sind müde, antriebslos, können unter starken Gewichtsschwankungen leiden, können sich wertlos fühlen, verlieren das Interesse und die Freude an Aktivitäten und können sogar von Suizidgedanken betroffen sein.

Hypomanische Episode

In dieser Phase treten die Symptome der manischen Episode weniger stark auf, jedoch deutlich stärker als in einem nicht-depressiven „Normalzustand“. Auch hier kommt es zu Überschwang, gereizter Stimmung, Tatendrang, Zerstreutheit und ähnlichen Symptomen.

Gemischte Episode

In dieser Zeit treten Symptome der manischen – und der depressiven Periode parallel auf. Die bipolaren Patienten verspüren zum Beispiel eine Rastlosigkeit oder einen enormen Tatendrang bei einer gleichzeitigen, generellen Niedergeschlagenheit.

Ursachen der bipolaren Störung

Bipolare Patienten können durch verschiedenste Ursachen an dieser Störung erkrankt sein. Zum Teil sind die Störungen genetisch veranlagt, es können aber auch biologische Ursachen (erhöhter Gehalt des Stresshormons im Blut), psychosoziale Faktoren (z.B. traumatische Ereignisse) sowie auch Sozialisierungsfaktoren (z.B. ein unregelmäßiger Schlafrhythmus oder auch Drogenmissbrauch) zu den Ursachen einer bipolaren Störung gezählt werden.

Risikofaktor bei bipolaren Patienten

Nicht nur die bipolare Störung an sich bedarf der Behandlung, häufig sind Betroffene auch mehr oder weniger stark Suizid gefährdet. Dieses Selbstmordrisiko stellt einen besonderen Risikofaktor bei vielen Patienten dar, der zu einer Zwangsbehandlung führen kann. Generell erfolgt die Behandlung in der Regel mit einer Psychotherapie und der begleitenden Verabreichung von entsprechenden Medikamenten.

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